Demokratie in der Kommune

Ziel des Projekts ist die Stärkung zivilen, bürgerschaftlichen Engagements von Erwachsenen in Brandenburger Kommunen. Es geht dabei u. a. darum, Eigeninitiative, Selbstorganisation und demokratisches Handeln zu fördern. Wir wollen die Arbeit der Ehrenamtlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützen, ihre Öffentlichkeitsarbeit fördern, sie vernetzen und ihnen neue Handlungsspielräume erschließen. Denkbar sind eine Vielzahl von Veranstaltungsformen, wie z.B. Informationsveranstaltungen, Fortbildungen, Workshops, Trainings, Podiumsdiskussionen, Rund-Tisch-Gespräche, Beratungen, Zukunftswerkstätten, Vernetzungstreffen ...
Ein zweiter Maßnahmeschwerpunkt liegt auf der Ebene kommunaler Politik. So soll Bürgermeistern und Gemeinderäten Unterstützung bei der Stärkung der Demokratie in ihrem Einflussbereich gegeben werden. Zudem sollen Gespräche zwischen PolitikerInnen und zivilgesellschaftlichen Initiativen vor Ort vermittelt und moderiert werden.

 


weitere Informationen zum Projekt:

 

 

 

 

Träger:

Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V.

Projektbeteiligte/Kooperationspartner:

Am Projekt werden sich ca. 10-12 Mitglieder der LAG mit ReferentInnen und eigenen Angeboten beteiligen. Angesprochen werden zudem Beteiligte am erfolgreichen Jugendprojekt „Packs An!“ sowie Netzwerkstellen.
Inhaltlich wollen wir vor allem sehr eng mit den Mobilen Beratungsteams MBT), aber auch mit anderen professionellen Strukturen der Demokratiearbeit zusammenarbeiten.
Finanzierung: Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

Zeitraum des Projektes:

Beginn ist der 1. März 2008, das Projekt endet am 31. Dezember 2009.

Ziele:

Ziel der Demokratiebildung ist die Stärkung zivilen, bürgerschaftlichen Engagements von Erwachsenen in Brandenburger Kommunen. Es geht dabei u. a. darum, Eigeninitiative, Selbstorganisation und demokratisches Handeln zu fördern. Das Projekt setzt bei den Bedürfnissen der Beteiligten an. Sie werden in die Entwicklung der Workshop-Inhalte und Fortbildungsbausteine aktiv einbezogen.
Darüber hinaus soll eine stärkere Vernetzung einzelner demokratischer Initiativen erreicht werden Wichtig ist die Nachhaltigkeit der Maßnahmen über den Projektzeitraum hinaus, z.B. durch das Fortbestehen oder das auf Dauer verstärkte Engagement der durch das Projekt unterstützten zivilgesellschaftlichen Initiativen.

Zielgruppen:
Das Projekt wendet sich einerseits an Erwachsene, die sich stärker in gesellschaftliche Prozesse einbringen bzw. ihr öffentliches Umfeld selbst beeinflussen wollen. Angesprochen sollen Einzelpersonen und Initiativen von Erwachsenen werden, die wirkungsvoller arbeiten bzw. argumentieren wollen. Das können Organisationen mit politischer oder kultureller Ausrichtung, Bürgerinitiativen oder Kirchengemeinden, aber auch Freiwillige Feuerwehren, Sport-, Umwelt-, Eine-Welt- oder sonstige Vereine, die Unterstützung bei der Umsetzung bestimmter Vorhaben benötigen, welche durch demokratisch-partizipative Prozesse geprägt sind oder auf solche abzielen.
Dabei gilt es u. a., die Arbeit der Ehrenamtlichen im Rahmen des Projekts bei der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen, die Öffentlichkeitsarbeit zu fördern, sie zu vernetzen und ihnen neue Handlungsspielräume zu erschließen. Die statistisch relativ hohe ehrenamtliche Beteiligung in Brandenburg sollte sich positiv auf die Kontaktmöglichkeiten vor Ort auswirken.
Andererseits ist die kommunale Politik und Verwaltung Zielgruppe, da auch sie Unterstützung bei der Demokratieentwicklung benötigt.

Maßnahmen:
Denkbar sind eine Vielzahl von Veranstaltungsformen, wie z. B. Informationsveranstaltungen, Fortbildungen, Workshops, Trainings, Podiumsdiskussionen, Rund-Tisch-Gespräche, Beratungen, Planungszellen, Zukunftswerkstätten, Vernetzungstreffen ...
Niedrigschwellig und unbürokratisch sollen dafür personelle Ressourcen der LAG und ihrer Mitgliedseinrichtungen als ReferentInnen, ModeratorInnen und BeraterInnen zur Verfügung gestellt bzw. entsprechende Kontakte vermittelt werden. In geringem Umfang können auch Sachmittel, z. B. für Raummieten oder Veranstaltungstechnik finanziert werden.
Themen und Arbeitsschwerpunkte sollen von den Akteuren selbst bestimmt werden.
Ein zweiter Maßnahmeschwerpunkt liegt auf der Ebene kommunaler Politik. So soll Bürgermeistern und Gemeinderäten Unterstützung bei der Stärkung der Demokratie in ihrem Einflussbereich gegeben werden. Zudem sollen Gespräche zwischen PolitikerInnen und zivilgesellschaftlichen Initiativen vor Ort vermittelt und moderiert werden.

Maßnahmenbeispiele:
Unter dem Motto: „Demokratie in der Kommune – Senioren entscheiden und gestalten mit“, fand ein Workshop mit Teilnehmern aus Teltow und Kleinmachnow statt. In diesem Workshop ging es in Form einer Zukunftswerkstadt um die Einflussmöglichkeiten, die man als Bürger über Initiativen, Vereine und andere Organisationen, insbesondere im Hinblick auf kommunale Politik, ausüben kann.

Mittels einer Einwohnerversammlung sollten die Interessen des Dorfs Jeserig an dem zentralen Treffpunkt in Erfahrung gebracht, bestehende Missverständnisse und Verdächtigungen angesprochen, eine Entscheidung über einen gemeinsamen Willen zum Erhalt bzw. Instandsetzung der Gemeinschaftsfläche gefällt und sich über eine zukünftig bessere Zusammenarbeit/-kunft auf dem Gelände unterhalten werden. "Demokratie in der Kommune" unterstützte hier durch die Finanzierung einer Moderatorin.

In Cottbus und Potsdam fanden im Vorfeld der Wahlen Podiumsdiskussionen mit JungpolitikerInnen und jungen Erwachsenen statt. Dabei wurden die Standpunkte und die jugendrelevanten Themen der Parteien diskutiert und ortsrelevante Probleme besprochen. "Demokratie in der Kommune" unterstützte auch hier durch kompetente ModeratorInnen.

Im Rahmen der Erstwählerkampagnen des Stadtjugendrings Potsdam fanden mehrere Workshops zum Thema: "Beteiligungsmöglichkeiten in der Kommune" statt. Es wurde viel diskutiert, aber auch Wissen vermittelt und neue Möglichkeiten der Beteiligung aufgezeigt.

Der „Demokratieeintopf“ in Wiesenburg, half das Gemeindeleben zu aktivieren, alte und neue Netzwerke aufleben zu lassen und bei Musik und gutem Essen den brachliegenden Schulgarten wiederzubeleben.

Anläßlich der Kommunalwahlen 2008 in Brandenburg fanden an verschiedenen Schulen in Brandenburg Workshops mit Erstwählern zum Thema: "Beteiligungsmöglichkeiten in der Kommune" statt. Inhalte bezogen sich u.a. auf die Bedeutung von Wahlen und andere Möglichkeiten der Einflussnahme auf kommunaler Ebene. Es wurde rege diskutiert, erste Ideen sich zu engagieren entstanden und auch erste Absprachen wurden getroffen.

Unter dem Motto "Misch Dich ein - Jugend an die Macht", fanden in Potsdam und Cottbus Podiumsdiskussionen mit Erstwählern und anderen jungen Erwachsenen statt. "Demokratie in der Kommune " bezahlte die Moderatoren der Diskussionen, bei welchen in Potsdam die Schwerpunkte im Bereich Soziokultur und die hohen Preise der ÖPNV lagen und in Cottbus die Politikverdrossenheit und drohende Schulschließungen Thema waren.

Erfolge und Perspektiven:

Zwischen März 2008 und Dezember 2009 fanden etwa 70 Veranstaltungen im Rahmen des Projektes im Land Brandenburg statt, an denen mehr als 3300 Interessierte teilnahmen. Die hohe Anzahl der TeilnehmerInnen bestand, neben bereits politisch aktiven, auch aus vielen neuen Gesichtern, die die Chance nutzten, sich zu engagieren und selbst an einem Projekt zur politischen Bildung mitzuarbeiten.
Die Veranstaltungen erstreckten sich über 25 verschiedene Orte bis in die peripheren Gebiete Brandenburgs und fanden in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen lokalen Vereinen und Initiativen statt.
Viele BürgerInnen nutzten die Möglichkeiten, sich zu Themen wie Partizipationsformen in der Kommune, Fremdenfeindlichkeit, Jugendkultur und Stadtgestaltung, sowie den vielseitigen Formen des ehrenamtlichen Engagements im Ort zu informieren und zu diskutieren. Immer stand auch die aktive Mitgestaltung der Projekte und Veranstaltungen im Vordergrund. Durch den ausgeprägt partizipativen Charakter der Projekte konnten viele BürgerInnen zu langfristiger und aktiver Beteiligung im Ort motiviert werden.

„Demokratie in der Kommune“ hat vielerorts neue Impulse für bürgerschaftliches Engagement gesetzt und konnte nachhaltig die Aktivitäten vor Ort initiieren oder unterstützen.

Diese Erfahrungen haben den Grundstein gelegt für das aktuelle Projekt „PolaR – Politische Bildung im ländlichen Raum“.