Ansprechpartner: Michael Jahn, Projektleiter
Email: info@lag-brandenburg.de
Darstellung des Trägers
Die LAG ist ein Dachverband von derzeit 27 freien Trägern
in Brandenburg, die für Jugendliche und Erwachsene in einem
breiten Feld politischer und kultureller Themen inhaltliche Angebote
machen. Der Verband führt seit 1999 erfolgreich mehrjährige
politische Bildungsprojekte durch, an denen die Mitglieder aktiv
beteiligt sind.
Projektbeteiligte/Kooperationspartner
Am Projekt waren acht Mitglieder der LAG mit 25 ReferentInnen
und eigenen Aus- und Fortbildungsangeboten beteiligt. Insgesamt
arbeiteten 32 ReferentInnen mit, die alle über eine pädagogische
Qualifikation und langjährige Erfahrungen in der (politischen)
Bildungsarbeit verfügen. Für die Qualifizierung der
ReferentInnen stellte die LAG eigene Kapazitäten zur Verfügung.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung finanzierte und begleitete die jährliche
Großveranstaltung (im Frühjahr).
Räumliche Voraussetzungen: Zentrale Veranstaltungen fanden im Jugendbildungszentrum
Blossin statt, dezentrale Workshops und Vernetzungstreffen in den Landkreisen
der beteiligten Jugendlichen, begleitende Aus- und Fortbildungsangebote in Bildungsstätten
der LAG-Mitglieder und begleitende Coachings in den Jugendclubs und Jugendinitiativen
vor Ort. Die Projektleitung war in die Geschäftsstelle des
Trägers eingebunden.
Zielgruppen
Das Projekt unterstützte Jugendliche und junge Erwachsenen
im ländlichen Raum Brandenburgs, die im außerschulischen
Bereich Verantwortung übernommen haben bzw. das vorhatten,
z. B. als Jugendgruppenleiter (und Inhaber/innen der Jugendgruppenleitercard),
in Jugendclubräten, in Jugendtreffs, in Sportvereinen, bei
der Jugendfeuerwehr und in Jugendparlamenten. Im ersten Jahr beteiligten
sich mehr als 600 Jugendliche und junge Erwachsene aus allen Landkreisen
Brandenburgs, im zweiten über 1000.
Kurzbeschreibung des Gesamtziels
Vorrangiges Ziel des Projektes war die Stärkung demokratischer
Strukturen. Durch die Vermittlung demokratischer Kompetenzen und
Fähigkeiten und die Ermunterung zur Aktivität wurde
zivilgesellschaftliches Engagement bei den beteiligten Jugendlichen
gestärkt. Es konnte seine Wirkung u. a. in den Jugendeinrichtungen
entfalten, längerfristig auch im jeweiligen sozialen Umfeld
und im Gemeinwesen. Durch couragierten Einsatz der am Projekt
Beteiligten für ein demokratisches Miteinander und der Vermittlung
realer Informationen und positiver Werte konnte der wachsenden
Akzeptanz rechtsextremer Werte und Einstellungen unter ostdeutschen
Jugendlichen entgegengewirkt werden. Die Erfahrungen, etwas mitgestalten,
beeinflussen und bewirken zu können, stärkten die Verwurzelung
der Jugendlichen in ihrem Lebensumfeld.
Inhalte und Themen der 39 ein- bis dreitägigen dezentralen
Workshops und Vernetzungstreffen
Perspektiven an der Oder
Immigration – Emigration in der Lausitz
Europäische Begegnungen
Regionalgeschichte, Zuwanderung im Fläming
Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
Engagement gegen Rechts
Erinnerungskultur
Rassismus und Rechtsextremismus
Deutschland als Einwanderungsland
Ausgrenzung, Integration
Fundraising
Konfliktmanagement
Partizipation
Ursachen von Antisemitismus und Gegenstrategien
Zukunftswerkstatt
Alkohol im Jugendclub
Antidiskriminierung
Team, Zusammenarbeit
Clubrätetreffen
Vernetzung, lokale Initiativen
Medienwerkstatt
Die Methodik der Workshops
Wir arbeiteten praxisorientiert und exemplarisch mit den Jugendlichen
und jungen Erwachsenen. Die aktuellen Fragen und Anliegen der
Jugendlichen standen dabei im Vordergrund. Erfahrungen aus ihrem
Lebensumfeld, ihre Wertvorstellungen, ihre Kreativität und
ihr Gerechtigkeitsgefühl bildeten Ressourcen, an die in den
Workshops angeknüpft wurde. Unsere Referent/innen und Trainer/innen
sind ausschließlich qualifizierte Pädagog/innen und
Sozialwissenschaftler/innen. Sie verfügen über viel
Erfahrung in der außerschulischen politischen Jugendbildung
und Prozessbegleitung.
Sie arbeiteten dabei unter anderem mit folgenden Methoden: Visualisierung
und andere Moderationstechniken, Paar- und Kleingruppenarbeit,
Fallarbeit, Coaching, Interviews, Studienexkursionen, Gespräche
mit Betroffenen, kreatives Schreiben, Argumentationstraining,
Gewaltfreie Kommunikation, Mediation, Abstimmungs- und Konsensbildungsverfahren,
Soziogramm, Rollenspiele, Theater der Unterdrückten, Videoarbeit,
Planspiele, Elemente aus Zukunftswerkstatt und Zukunftskonferenz,
Open Space, kreative Gestaltungstechniken, Projektmanagement-Verfahren.
An den 21 dezentralen Workshops und Vernetzungstreffen nahmen
durchschnittlich 32 junge Menschen teil, an den zentralen Treffen
in Blossin je 140.
Besonderheiten
Wir haben in beiden Projektphasen mehr Jugendliche und junge Erwachsene
als ursprünglich geplant erreicht. Alle arbeiteten engagiert
mit. Besonders begrüßt wurde die Möglichkeit,
unbürokratisch und niedrigschwellig Mittel für kleinteilige
Maßnahmen bzw. professionelle Unterstützung erhalten
zu können.
Uns freut besonders, dass wir TeilnehmerInnen aus allen Landkreisen
erreichen konnten. Dezentrale Workshops und Vernetzungstreffen
fanden in LOS, SPN, LDS, BAR, PM, PR, UM, OPR, MOL, OHV, EE, TF
und HVL statt, Jugendliche aus den anderen Landkreisen nahmen
in Blossin teil.
Ein Höhepunkt waren die zentralen Treffen im April in Blossin,
an dem u. a. auch der Bildungsminister teilnahm. In der zweiten
Projektphase 2007 wurden verstärkt Vernetzungstreffen mit
Jugendlichen aus verschiedene Orten/Landkreisen organisiert.
Finanzierung
Das Projekt wurde von der Brandenburgischen Landeszentrale für
politische Bildung und der Stiftung „Großes Waisenhaus
zu Potsdam“ finanziert.
Die Finanzierung einer jährlichen zentralen Veranstaltung
in Blossin übernahm die Friedrich-Ebert-Stiftung.