packs an!

Sachbericht für das LAG-Projekt
PACK’S AN! Jugendliche gestalten mit – demokratisch und kompetent

Projektzeitraum: 1.3.2006-31.12.2007

Träger: Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V.

Adresse: Schulstr. 9, 14482 Potsdam, Homepage: www.lag-brandenburg.de
Tel. 0331-5813227, Fax: 5813255

Ansprechpartner: Michael Jahn, Projektleiter Email: info@lag-brandenburg.de


Darstellung des Trägers
Die LAG ist ein Dachverband von derzeit 27 freien Trägern in Brandenburg, die für Jugendliche und Erwachsene in einem breiten Feld politischer und kultureller Themen inhaltliche Angebote machen. Der Verband führt seit 1999 erfolgreich mehrjährige politische Bildungsprojekte durch, an denen die Mitglieder aktiv beteiligt sind.


Projektbeteiligte/Kooperationspartner
Am Projekt waren acht Mitglieder der LAG mit 25 ReferentInnen und eigenen Aus- und Fortbildungsangeboten beteiligt. Insgesamt arbeiteten 32 ReferentInnen mit, die alle über eine pädagogische Qualifikation und langjährige Erfahrungen in der (politischen) Bildungsarbeit verfügen. Für die Qualifizierung der ReferentInnen stellte die LAG eigene Kapazitäten zur Verfügung. Die Friedrich-Ebert-Stiftung finanzierte und begleitete die jährliche Großveranstaltung (im Frühjahr).


Räumliche Voraussetzungen:
Zentrale Veranstaltungen fanden im Jugendbildungszentrum Blossin statt,
dezentrale Workshops und Vernetzungstreffen in den Landkreisen der beteiligten Jugendlichen,
begleitende Aus- und Fortbildungsangebote in Bildungsstätten der LAG-Mitglieder und
begleitende Coachings in den Jugendclubs und Jugendinitiativen vor Ort.
Die Projektleitung war in die Geschäftsstelle des Trägers eingebunden.


Zielgruppen

Das Projekt unterstützte Jugendliche und junge Erwachsenen im ländlichen Raum Brandenburgs, die im außerschulischen Bereich Verantwortung übernommen haben bzw. das vorhatten, z. B. als Jugendgruppenleiter (und Inhaber/innen der Jugendgruppenleitercard), in Jugendclubräten, in Jugendtreffs, in Sportvereinen, bei der Jugendfeuerwehr und in Jugendparlamenten. Im ersten Jahr beteiligten sich mehr als 600 Jugendliche und junge Erwachsene aus allen Landkreisen Brandenburgs, im zweiten über 1000.


Kurzbeschreibung des Gesamtziels

Vorrangiges Ziel des Projektes war die Stärkung demokratischer Strukturen. Durch die Vermittlung demokratischer Kompetenzen und Fähigkeiten und die Ermunterung zur Aktivität wurde zivilgesellschaftliches Engagement bei den beteiligten Jugendlichen gestärkt. Es konnte seine Wirkung u. a. in den Jugendeinrichtungen entfalten, längerfristig auch im jeweiligen sozialen Umfeld und im Gemeinwesen. Durch couragierten Einsatz der am Projekt Beteiligten für ein demokratisches Miteinander und der Vermittlung realer Informationen und positiver Werte konnte der wachsenden Akzeptanz rechtsextremer Werte und Einstellungen unter ostdeutschen Jugendlichen entgegengewirkt werden. Die Erfahrungen, etwas mitgestalten, beeinflussen und bewirken zu können, stärkten die Verwurzelung der Jugendlichen in ihrem Lebensumfeld.


Inhalte und Themen der 39 ein- bis dreitägigen dezentralen Workshops und Vernetzungstreffen

  • Perspektiven an der Oder
  • Immigration – Emigration in der Lausitz
  • Europäische Begegnungen
  • Regionalgeschichte, Zuwanderung im Fläming
  • Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
  • Engagement gegen Rechts
  • Erinnerungskultur
  • Rassismus und Rechtsextremismus
  • Deutschland als Einwanderungsland
  • Ausgrenzung, Integration
  • Fundraising
  • Konfliktmanagement
  • Partizipation
  • Ursachen von Antisemitismus und Gegenstrategien
  • Zukunftswerkstatt
  • Alkohol im Jugendclub
  • Antidiskriminierung
  • Team, Zusammenarbeit
  • Clubrätetreffen
  • Vernetzung, lokale Initiativen
  • Medienwerkstatt

Die Methodik der Workshops
Wir arbeiteten praxisorientiert und exemplarisch mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die aktuellen Fragen und Anliegen der Jugendlichen standen dabei im Vordergrund. Erfahrungen aus ihrem Lebensumfeld, ihre Wertvorstellungen, ihre Kreativität und ihr Gerechtigkeitsgefühl bildeten Ressourcen, an die in den Workshops angeknüpft wurde. Unsere Referent/innen und Trainer/innen sind ausschließlich qualifizierte Pädagog/innen und Sozialwissenschaftler/innen. Sie verfügen über viel Erfahrung in der außerschulischen politischen Jugendbildung und Prozessbegleitung.
Sie arbeiteten dabei unter anderem mit folgenden Methoden: Visualisierung und andere Moderationstechniken, Paar- und Kleingruppenarbeit, Fallarbeit, Coaching, Interviews, Studienexkursionen, Gespräche mit Betroffenen, kreatives Schreiben, Argumentationstraining, Gewaltfreie Kommunikation, Mediation, Abstimmungs- und Konsensbildungsverfahren, Soziogramm, Rollenspiele, Theater der Unterdrückten, Videoarbeit, Planspiele, Elemente aus Zukunftswerkstatt und Zukunftskonferenz, Open Space, kreative Gestaltungstechniken, Projektmanagement-Verfahren.
An den 21 dezentralen Workshops und Vernetzungstreffen nahmen durchschnittlich 32 junge Menschen teil, an den zentralen Treffen in Blossin je 140.


Besonderheiten
Wir haben in beiden Projektphasen mehr Jugendliche und junge Erwachsene als ursprünglich geplant erreicht. Alle arbeiteten engagiert mit. Besonders begrüßt wurde die Möglichkeit, unbürokratisch und niedrigschwellig Mittel für kleinteilige Maßnahmen bzw. professionelle Unterstützung erhalten zu können.
Uns freut besonders, dass wir TeilnehmerInnen aus allen Landkreisen erreichen konnten. Dezentrale Workshops und Vernetzungstreffen fanden in LOS, SPN, LDS, BAR, PM, PR, UM, OPR, MOL, OHV, EE, TF und HVL statt, Jugendliche aus den anderen Landkreisen nahmen in Blossin teil.
Ein Höhepunkt waren die zentralen Treffen im April in Blossin, an dem u. a. auch der Bildungsminister teilnahm. In der zweiten Projektphase 2007 wurden verstärkt Vernetzungstreffen mit Jugendlichen aus verschiedene Orten/Landkreisen organisiert.


Finanzierung
Das Projekt wurde von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ finanziert.
Die Finanzierung einer jährlichen zentralen Veranstaltung in Blossin übernahm die Friedrich-Ebert-Stiftung.