PolaR – Politische Bildung im laendlichen
Raum Brandenburgs
Ansprechpartner
Franziska Piedmont
Email: info@lag-brandenburg.de
Zeitraum des Projektes
Beginn ist der 1. März 2010, das Projekt endet am 31. Dezember
2012.
weitere Informationen zum Projekt:
Erfahrungen / Ziele
Politische Bildung in ländlichen Gebieten/ländlichen Gemeinden gab es
bisher nur in Ansätzen.
Dafür gibt es vielfältige Gründe. Wir sehen jedoch auch für diese
schwierigen Projektgebiete Bedarf an politischer Bildung. Aus dieser
Grundmotivation ist das Projekt PoLaR hervorgegangen.
Das Projekt PoLaR hat eine Laufzeit von 3 Jahren.
Nun schauen wir auf die ersten beiden erfolgreichen und bewegten
Projektjahre zurück.
Insgesamt konnten ca. 65 politische Bildungsveranstaltungen im
ländlichen Raum angeregt werden. Fast alle davon wurden mit örtlichen
ProjektpartnerInnen realisiert. Die Themen und Formen sind dabei sehr
unterschiedlich. Von Fahrradtouren zur Entwicklung der Architektur in
der Prignitz über einen Vortrag mit Diskussion zum Obstbau in
Brandenburg und dem Burgenland bis zu Gesprächsrunden zum Nutzen des
Handwerks in Blüthen und einer Kinderbürgermeisterwahl war Vieles dabei.
Vor allem in den fünf Projektgebieten, aber auch in anderen ländlichen
Gegenden Brandenburgs wurden unterschiedlichste Veranstaltungen
angeboten. Es fanden u. a. kritische Gesprächsrunden, kreative Workshops
und interaktive Vorträge statt. Die Angebote wurden von BürgerInnen
verschiedener Altersgruppen angenommen und weckten eine Nachfrage nach
weiteren Veranstaltungen.
2010 fanden Fachtreffen am 22. April und am 19. Oktober statt, im Jahr
2011 am 23. Juni, am 03. August und am 22. November.
Projektgebiete / Erfahrungen
Prignitz - Koordinator: Sichten und Ansichten e. V.
U. a. mit Mitteln der Kunst- und Kulturarbeit (z. B. Fotosessions,
Schreib- und Erzählwerkstätten, Demokratieroulette, Spiel-Entwicklung)
sollten Zugangswege in verschiedene Prignitzdörfer erprobt werden.
Im Vorfeld mussten durch die örtliche Projektkoordinatorin sehr viele
Gespräche geführt werden, um ProjektpartnerInnen und geeignete Themen zu
finden.
Als ein geeigneter Zugangsweg stellten sich dann Erzählungen,
Diskussionen und praktische Tätigkeiten mit (jüngeren und älteren)
Frauen zum Thema „(Vergessene) Ressourcen im eigenen Dorf“ heraus.
Mit dem Plattdeutsch-Verein wurde an der Übersetzung von politischen
Fragen für das Demokratieroulette des Vereins Sichten und Ansichten
gearbeitet. Keine leichte Aufgabe, denn das Plattdeutsche ist eine
konkrete Sprache und kennt viele (abstrahierte) politische Begriffe gar
nicht. Dabei wurde nicht nur über Übersetzungsfragen gestritten, sondern
genauso aktiv über aktuelle Politik diskutiert.
Aufgrund des starken Bedürfnisses kleinerer örtlicher Vereine wurden
zwei Medien- und Öffentlichkeitsarbeitsworkshops durchgeführt.
Ein anderer Ansatzpunkt war die Arbeit an Dorfchroniken.
Amt Lindow – Koordinator: DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin
Auch für Bildungsstätten besteht die Aufgabe (die Pflicht), sich
regional zu engagieren.
Die DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin ist schon in verschieden
Regionen aktiv, möchte diese politische Bildungsarbeit aber u. a. in den
11 ländlichen Gemeinden des Amtes Lindow ausbauen.
Zugangswege/Themen dort sind u. a. die Beteiligung von Kindern und
Jugendlichen an Dorfentwicklungsprozessen, politische
Bildung/Wertevermittlung für Eltern und Ansätze
generationsübergreifender politischer Bildungsarbeit in Kooperation
mitörtlichen Jugendhilfeträgern.
So wurden u. a. „Kinderbürgermeisterwahlen“ mit Kindern, den
BürgermeisterInnen bzw. OrtsvorsteherInnen und Schulen verschiedener
Gemeinden vorbereitet und durchgeführt, Wünsche und Vorschläge von
Kindern mit der Verwaltung ausgewertet und Kommunalpolitik und
Verwaltung für das Thema „Spielleitplanung“ sensibilisiert.
Eltern und Jugendliche renovierten Räumlichkeiten für ein Familiencafe
und erstellten mit uns und weiteren PartnerInnen einen Angebotskatalog.
In „Offenen Elterngesprächsrunden“ wurden Themen aus den Bereichen„Erziehungskompetenz“, „Gesundheitsförderung“ oder „Politischer Bildung“
behandelt, wie z. B. „Demokratie in der Erziehung?“, „Erziehungswert(e)–
Was ist Erziehung wert?“ oder „SchlagFertig – wie reagieren auf Gewalt?“
Carmzow-Wallmow/Amt Brüssow/Uckermark – Koordinator: HochVier e. V.
Türöffner in diese nördlichste Gemeinde der Uckermark waren u. a. aktive
NeubürgerInnen, die erst vor ein paar Jahren in das Dorf gezogen sind,
sich aber überdurchschnittlich für ein Miteinander, für Toleranz, gegen
rechtsextreme Tendenzen und für eine Beteiligung verschiedener
Generationen engagieren – nicht immer mit Billigung oder Unterstützung
der alteingesessenen Bevölkerung.
So ging bei den Diskussionen nach Filmveranstaltungen im Dorfkrug bald
nicht mehr nur allgemein um Themen wie Gewalt und Rassismus, sondern
sehr konkret um die Probleme im Dorf und (konfliktreiche) Wege zu einem
besseren Zusammenleben.
Amt Britz-Chorin-Oderberg/Barnim – Koordinator: Bildungswerk des
Kulturbundes e. V.
Gemeinsam mit örtlichen Vereinen soll untersucht werden, welche sozialen
und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für erfolgreiche politische
Bildungsarbeit notwendig sind und welche Themen und Formen dieser
Zielgruppe angemessen.
Durchgeführt wurden u. a. Veranstaltungen zu „Landfrauen einst und
jetzt“, zu den wirtschaftlichen und sozialen Veränderung in der Gemeinde
in den letzten 30 Jahren oder zum Beitrag von Kunst und Künstlern zur
regionalen Entwicklung „Wie kommt Picasso aufs Dorf?“.
ländliche Gebiete in Teltow Fläming und Landkreis Dahme Spree –
Koordinator: Bildung und Aufklärung Zossen e. V.
Der BAZ e. V. arbeitet bisher schon in einem Netzwerk ländlicher
Bildungsarbeit. Dieses wird genutzt, um mit der Dorf-Bevölkerung Themen
zu finden und zu entwickeln. Dabei wird bei deren Interessen angesetzt
und z. B. an Lokalgeschichte und an dörfliche Traditionen angeknüpft.
Türöffner und Kooperationspartner sind u. a. örtliche Gastwirte. Andere
Ansprechpartner waren der (emeritierte Pfarrer) oder Ortschronisten und
andere (lokal)historisch interessierte Personen, Themen u. a.
ländlicheökonomische und ökologische Probleme, Energiefragen oder die
Dorfgeschichte.
Mitmachen
Projekte im Rahmen von PoLaR werden geplant und durchgeführt von den
KoordinatorInnen in den Projektgebieten, so wie von weiteren
LAG-Mitgliedsorganisationen und KooperationspartnerInnen.
Wir sind immer auf der Suche nach neuen KooperationsparterInnen! Für
kooperierende Projekte stehen Honorar- und Sachmittel für örtliche
Veranstaltungen zur Verfügung.
Am 25.05. wird es ein Vernetzungstreffen auf Schloss Gollwitz geben und
im Herbst findet dann ein großes Treffen von Aktiven aus den Dörfern,
Projektbeteiligten und Mitgliedern der LAG und KooperationspartnerInnen
statt, um noch einmal Erfahrungen auszutauschen, Bilanz zu ziehen und
Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Ansprechpartnerin:
Franziska Piedmont
Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in
Brandenburg e. V.
0331/5813227
Schulstraße 9
14482 Potsdam