BAMF-Multiplikator*Innenschulungen


Die LAG führt zwei BAMF-geförderte Schulungsreihen für Multiplikator*Innen und Vereine im Bereich der Geflüchtetenhilfe durch.

 

Das Projekt unterstützt das Engagement zahlreicher Brandenburger*Innen, die seit 2015 geflüchtete Menschen begleiten und beraten. Es soll Vereine und Institutionen erreichen, die in den Regionen Havelland und Prignitz, und in deren Umkreis (Ostprignitz-Ruppin, Neuruppin und Brandenburg an der Havel, Potsdam, Potsdam-Mittelmark) Geflüchtete unterstützen.

 

In den kostenfreien Schulungsreihen soll einerseits die vereinsinterne Arbeit unterstützt werden; andererseits sollen spezifische Kompetenzen für die Arbeit mit geflüchteten Menschen vermittelt werden. Alle Schulungen sind kostenfrei und richten sich insbesondere an ehrenamtlich Engagierte und kleine Vereine im ländlichen Raum. Ergänzend zu den Schulungen soll in mehreren Netzwerktreffen der Erfahrungsaustausch unterstützt werden.

 

Die Schulungsreihen beginnen im Spätsommer 2017; das Projekt läuft bis Jahresende 2017. Die Veranstaltungstermine werden in den kommenden Wochen an dieser Stelle veröffentlicht.


Teil 1: Von der Willkommenskultur zur Struktur - Professionalisierung der vereinsinternen Arbeit in der Hilfe für Geflüchtete

Bei den Schulungen wird es unter anderem darum gehen, die bisherige Arbeit von Vereinen und Initiativen im Bereich der Flüchtlingshilfe auszuwerten. Darüber hinaus sollen Kapazitäten und Ressourcen analysiert sowie Strukturen und Netzwerke durch neues Wissen und praktische Inhalte nachhaltig gestärkt werden.

 

Die bisher entwickelten Themenvorschläge sind unten aufgeführt. Sollten in Bezug auf die Professionalisierung von Vereinsarbeit in der Geflüchtetenhilfe jedoch andere Ideen präferiert werden, können uns diese gerne mitgeteilt werden. Es ist uns wichtig, die Fortbildung an den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen auszurichten.

 

Themenvorschläge für die Fortbildungsreihe:

  • Strategische Planung: Hier soll es um die Zukunft von Organisationen und anderen Akteuren gehen. Wie kann ein Fahrplan für die kommenden Monate erstellt werden? Welche Ressourcen stehen überhaupt zur Verfügung? Wie gewinne ich Projektpartner? Möglich wäre hier auch eine Projektwerkstatt, um den Bedarf und Perspektiven der Geflüchteten zu ermitteln, die schon länger in Brandenburg leben.
  • Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Initiativen, die in der Geflüchtetenhilfe tätig sind, sind auf einen gewissen Bekanntheitsgrad angewiesen. Gerade im ländlichen Raum gibt es leider oft wenige Möglichkeiten, um sich zu vernetzen und Angebote bekannt zu machen. Denkbare Schwerpunkte wären hier z.B.: der Aufbau einer eigenen Webseite, Pressemitteilungen professionell verfassen, die Präsentation der Arbeit in sozialen Netzwerken oder das Erstellen von Blogs und Newslettern.
  • Digitalisierung als Möglichkeit der Vernetzung im ländlichen Raum: Engagierte können hier mehr über Online-Plattformen und digitale Werkzeuge lernen, die die vereinsinterne Kommunikation und Zusammenarbeit vereinfachen. Möglich ist auch die Auseinandersetzung mit internetgestützten Lernplattformen und Lernprogrammen.
  • Projekte finanzieren: Wer ehrenamtlich tätig ist, kann für seine Projekte Fördermittel beantragen. Die Vielzahl der Förderprogramme erschwert jedoch die Orientierung. Schwerpunkte dieses Workshops können sein: Überblick über die Förderlandschaft, Förderanträge richtig stellen, Buchhaltung gemeinnütziger Projekte oder auch alternative Finanzierungen wie Crowdfunding oder Sponsoring.

 

Kontakt für alle Interessierten:    

 

Sara Marschall

Projektleiterin BAMF-Vereinsfortbildungen

LAG Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V.

Schulstraße 9

14482 Potsdam

Tel.: 03315813227

E-Mail: smarschall.lag@gmx.de

 


Teil 2: „MultiplikatorInnen fördern – Engagement für Geflüchtete stärken“

Die speziellen Bedürfnisse der Geflüchteten und der politische Kontext indem diese Arbeit stattfindet werfen Fragen auf, die nicht immer intuitiv beantwortet werden können. In der Schulungsreihe werden deshalb gezielt Kompetenzen vermittelt, die in der Arbeit mit geflüchteten Menschen eingesetzt werden können.

 

Themenvorschläge:

  • Verbraucherschutz für Geflüchtete: In einem neuen Land angekommen geraten Geflüchtete oft in problematische Verträge und Schuldenfallen. Multiplikator*Innen werden geschult, wie sie über derartige Gefahren und über Verbraucherrechte informieren, welche Auswege es gibt und welche Beratungsstellen Geflüchteten offen stehen.
  • Unterstützung von geflüchteten Frauen im ländlichen Raum: Geflüchtete Frauen erleben oft besondere Hürden bei der Integration und werden im ländlichen Raum durch große Distanzen und geringe Mobilität zusätzlich eingeschränkt. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Fraueninitiativen in den Kommunen und Gemeinden. Ihr Potential in der Einbeziehung geflüchteter Frauen soll gefördert werden.
  • Biografiearbeit / Potenziale geflüchteter Menschen erkennen: Geflüchtete haben nicht nur einen Unterstützungsbedarf, sondern bringen selbst viele Fähigkeiten und Kenntnisse mit. Durch das Erlernen von verschiedenen Techniken der Biografiearbeit werden MultiplikatorInnen geschult, mit denen diese Qualifikationen herausgearbeitet werden können.
  • Umgang mit Trauma / traumasensible Unterstützung Geflüchteter: Traumatische Erfahrungen sind Teil vieler Fluchtgeschichten. Traumata können in der Zusammenarbeit mit Geflüchteten Herausforderungen bergen. UnterstützerInnen sollen hier informiert werden und Strategien für einen sensiblen Umgang entwickeln.
  • Politische Bildung als Querschnittsaufgabe / demokratische und partizipative Unterrichtsgestaltung: Die Vermittlung eines demokratischen Willensbildungsprozesses kann einerseits konkretes Unterrichtsthema sein, sie kann aber auch als methodenleitender Grundgedanke in die grundsätzliche Bildungs- und Unterstützungsarbeit einfließen. MultiplikatorInnen können hier Prinzipien und Methoden einer demokratischen und partizipativen Unterrichtsgestaltung lernen und ausprobieren.
  • „Umgang mit (antimuslimischem) Rassismus und rechten Positionen“: Unterstützer*Innen von Geflüchteten werden oft mit mehr oder weniger offenen Vorbehalten, Ängsten und Ablehnung aus ihrem eigenen Umfeld konfrontiert. MultiplikatorInnen werden daher geschult, wie man souverän mit Angriffen umgehen, Vorurteilen begegnen und im Ernstfall Unterstützung erhalten kann.

Ideen und Themenvorschläge werden auch in Teil 2 gerne angenommen.

 

Kontakt für alle Interessierten:    

 

Annette Rosner

Projektleiterin BAMF-Vereinsfortbildungen

LAG Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V.

Schulstraße 9

14482 Potsdam

Tel.: 03315813227

E-Mail: arosner.lag@gmx.de