Förderkette für geflüchtete Frauen und Migrantinnen


Obwohl die hohe Motivation geflüchteter Frauen und Migrantinnen, sich aktiv am Arbeitsmarkt engagieren zu wollen, durch Fachstudien lange bekannt ist, ist die Quote von Arbeitnehmerinnen aus dieser Gruppe (in Brandenburg) nach wie vor gering. Zwar bringen geflüchtete und migrantische Frauen vielerlei Talente und Potenziale mit, diese werden jedoch am Arbeitsmarkt noch immer unzureichend berücksichtigt und entwickelt. Obwohl in Brandenburg, wie in ganz Deutschland, durch den demographischen Wandel speziell in ländlichen Gebieten die Arbeitskraftsicherung gefährdet ist und sich das Problem des Fachkräftemangels zu verschärfen droht, ist die Arbeitsintegration geflüchteter und migrantischer Frauen als Potenzial weiter größtenteils unbeachtet. Dies liegt mitunter auch daran, dass Frauen generell nur gering durch Integrationsprojekte gefördert werden und die spezifischen Herausforderungen (und Chancen) in der Arbeit mit ihnen weitestgehend unbearbeitet brach liegen.

 

Das Entwicklungs-Projekt "Förderkette für geflüchtete Frauen und Migrantinnen" nähert sich diesem Thema in Form einer ausführlichen Handreichung für (Weiter)Bildungspersonal und -einrichtungen. Es wird die aktuelle Lage migrantischer und geflüchteter Frauen auf dem Arbeitsmarkt analysiert und Vorschläge für eine gezielte Bildungsarbeit im Bereich Arbeitsintegration für ebendiese Zielgruppe unterbreitet. Im Projekt werden hierfür Bausteine für die Bildungsarbeit entwickelt, die die Arbeitsintegration mit geflüchteten Frauen und Migrantinnen in Brandenburg ermöglichen und verbessern.

 

Die Projektarbeit umfasst zunächst eine eingehende Analyse des Status-Quo in der Bildungsarbeit mit geflüchteten Frauen und Migrantinnen sowie ihre Stellung auf dem Arbeitsmarkt (in Brandenburg). Es geht hierbei zentral darum, Hemmnisse und Zugangsschwellen sowie für die Gruppe zu analysieren, Bedingtheiten und Probleme offenzulegen sowie die Thematik aus verschiedenen Perspektiven heraus zu analysieren. Teil dieser Analyse ist neben der Auswertung von Studien ein qualitatives Forschungsdesign, in dem geflüchtete Frauen und Migrantinnen selbst, aber auch Akteur*innen des Arbeitsmarktes sowie mit dem Thema befasste Organisationen befragt werden sollen, um einen umfassenden Einblick in die Thematik zu ermöglichen.

 

Im Anschluss werden die Ergebnisse in einer Handreichung zusammengefasst. Teil davon ist überdies ein Lösungsvorschlag, wie Bildungsprojekte auf die vorhandenen Probleme und Hemmnisse reagieren können und welche Bausteine für eine erfolgreiche Bildungsarbeit im Bereich Arbeitsintegration von geflüchteten und migrantischen Frauen vonnöten sind. Die Handreichung soll ab Oktober 2019 frei zugänglich sein und möglichen Projekten als Unterstützung und Vorschlag für ihre Arbeit im Themenfeld in Brandenburg dienen sowie für den Teilbereich eine neue Perspektivierung der Integrationsarbeit ermöglichen.