Weiterbildung mit geflüchteten Frauen

Foto: Helene Radam
Foto: Helene Radam

Jede Frau, die aus ihrer Heimat nach Deutschland gekommen ist, hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Erfahrungen und ihre eigene Perspektive. Geflüchtete und migrantische Frauen kommen aus unterschiedlichsten Kontexten: Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, kommen aus unterschiedlichen Ländern und haben unterschiedliche Bildungshintergründe. Und dennoch nimmt die Gruppe der geflüchteten Frauen statistisch gesehen seltener an Sprach- und anderen Weiterbildungskursen teil. Grund dafür ist unter anderem, dass Rahmenbedingungen wie die Bereitstellung einer Kinderbetreuung häufig nicht ausreichend einbezogen werden, wie auch Dozentin Marion Welsch aus unseren Alphabetisierungskursen für geflüchtete Frauen berichtet.

 

Die  LAG führt deshalb jetzt ein Projekt durch, das sich ganz gezielt an geflüchtete und migrantische Frauen und ihre vielfältigen Bedürfnisse richtet und deren Lebenslagen von Anfang an mit einbezieht.

 

Das Modellprojekt „Weiterbildung mit geflüchteten Frauen“ ist eine Weiterbildungsreihe, die in Beeskow, Perleberg und Potsdam stattfindet. Das besondere daran: Die geflüchteten und migrantischen Frauen selbst arbeiten an der Konzeption und Umsetzung der Bildungsreihe mit. An jedem Projektort startet das Projekt mit einer Projektwerkstatt, in der die Frauen gemeinsam Themen auswählen und darüber entscheiden, wie viele Unterrichtsstunden für jedes Thema eingesetzt werden. Dazu müssen die Teilnehmerinnen sich untereinander abstimmen, auf verschiedene Perspektiven Rücksicht nehmen und Lösungen aushandeln. Im Projekt geht es also nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch darum, die Frauen darin zu bestärken, selbstbestimmt aktiv zu werden.

 

Um Teilnahmehürden zu senken, wurde unter anderem die Betreuung kleiner Kinder während des Unterrichts von Anfang an mit eingeplant. Die Projektwerkstatt und die spätere Umsetzung der Unterrichtseinheiten wird an jedem Projektort durch eine Multiplikatorin unterstützt. Diese ist Vertrauensperson, feste Ansprechpartnerin und begleitet die Gruppe während des Projekts.

 

 

„Weiterbildung mit geflüchteten Frauen“ wird durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) des Landes Brandenburg gefördert.

 

Projektpartner:

Weitere Informationen zum Projekt:

 

Michaela Burkard

0331-5218255

info@lag-brandenburg.de

 


Aktuelles aus dem Projekt

Nach dem Auftakt im November und Dezember werden die ausgewählten Themen in den Projektorten ab Januar 2018 umgesetzt.Themen waren bisher unter anderem:

 

  • Demokratie, politische Partizipation und Teilhabe
  • Frauenrechte in Deutschland und im internationalen Vergleich
  • Perspektivwechsel: Selbstild - Fremdbild
  • Ankommen in Deutschland, Netzwerke aufbauen
  • Diskriminierungsformen und das Antidiskriminierungsgesetz
  • Wege an die Universität
  • Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

 

Die aktuellen Termine finden Sie hier.

 

Außerdem wurde die Projektförderung am 17.01.2018 nochmals öffentlich durch das MBJS und Staatssekretär Dr. Thomas Drescher übergeben. Die Potsdamer neuesten Nachrichten berichteten ausführlich über das Projekt.