Weiterbildung für und mit geflüchteten Frauen


Fotos: Simone Ahrend, sah-photo

Jede Frau, die aus ihrer Heimat nach Deutschland gekommen ist, hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Erfahrungen und ihre eigene Perspektive. Geflüchtete und migrantische Frauen kommen aus unterschiedlichsten Kontexten: Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, kommen aus unterschiedlichen Ländern und haben unterschiedliche Bildungshintergründe. Und dennoch nimmt die Gruppe der geflüchteten Frauen statistisch gesehen seltener an Sprach- und anderen Weiterbildungskursen teil. Grund dafür ist unter anderem, dass Rahmenbedingungen wie die Bereitstellung einer Kinderbetreuung häufig nicht ausreichend einbezogen werden. Die berichtet auch die Dozentin Marion Welsch vom Integrations Concept e.V.

 

Die  LAG führte von November 2017 bis Dezember 2018 ein Projekt durch, dass sich ganz gezielt an geflüchtete und migrantische Frauen und ihre vielfältigen Bedürfnisse richtete, deren Lebenslagen von Anfang an mit einbezogen hat und bei dem die Frauen partizipativ in die Planung der Veranstaltungen mit eingebunden waren.

 

Das Modellprojekt „Weiterbildung mit geflüchteten Frauen“ war eine Weiterbildungsreihe, die in Beeskow, Perleberg und Potsdam stattfand. Das besondere daran: Die geflüchteten und migrantischen Frauen selbst arbeiteten an der Konzeption und Umsetzung der Bildungsreihe mit. An jedem Projektort startete das Projekt mit einer Projektwerkstatt, in der die Frauen gemeinsam Themen auswählen und darüber entschieden, wie viele Unterrichtsstunden für jedes Thema eingesetzt werden. Dazu mussten die Teilnehmerinnen sich untereinander abstimmen, auf verschiedene Perspektiven Rücksicht nehmen und Lösungen aushandeln. Im Projekt ging es also nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch darum, die Frauen darin zu bestärken, selbstbestimmt aktiv zu werden.

 

Um Teilnahmehürden zu senken, wurde unter anderem die Betreuung kleiner Kinder während des Unterrichts von Anfang an mit eingeplant. Die Projektwerkstatt und die spätere Umsetzung der Unterrichtseinheiten wird an jedem Projektort durch eine Multiplikatorin unterstützt. Diese ist Vertrauensperson, feste Ansprechpartnerin und begleitet die Gruppe während des Projekts.

 

Im Dezember 2018 endete das Projekt und das Feedback der Teilnehmerinnen war durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurde die Möglichkeit einer Kinderbetreuung ohne die viele Frauen nicht hätten teilnehmen können. Die Projektwerkstätten und die thematische Flexibilität wurden ebenso lobend erwähnt, die es ermöglichte die Veranstaltungen zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen anzupassen.

 

 

„Weiterbildung mit geflüchteten Frauen“ wurde durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) des Landes Brandenburg gefördert.

 

Projektpartner:

 


Themen des Projekts


Nach dem Auftakt im November und Dezember werden die ausgewählten Themen in den Projektorten ab Januar 2018 umgesetzt. Diese waren unter anderem:

  • Demokratie, politische Partizipation und Teilhabe
  • Frauenrechte in Deutschland und im internationalen Vergleich
  • Perspektivwechsel: Selbstild - Fremdbild
  • Ankommen in Deutschland, Netzwerke aufbauen
  • Diskriminierungsformen und das Antidiskriminierungsgesetz
  • Wege an die Universität
  • Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

 

Eine Übersicht über alle Termine finden Sie hier.

 

 

Außerdem wurde die Projektförderung am 17.01.2018 nochmals öffentlich durch das MBJS und Staatssekretär Dr. Thomas Drescher übergeben. Die Potsdamer neuesten Nachrichten berichteten ausführlich über das Projekt.