Untertsützung und Bildung für jeden

Ankommen. Verstehen. Dazugehören.


Was bedeutet es, in einem fremden Land neu anzufangen? 

Formulare, Behördengänge, Sprachbarrieren, unbekannte Regeln – und mittendrin Menschen, die einfach nur ein normales Leben führen wollen. Genau hier setzt unser Projekt an.

Mit dem Programm "Unterstützung und Bildung für jeden" der Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V. schaffen wir einen Ort, an dem niemand allein gelassen wird. Wir begleiten Geflüchtete ganz konkret: bei der Wohnungssuche, beim Beantragen von Leistungen, beim Verstehen des deutschen Alltags und bei allem, was dazwischen liegt.
Bildung, die bewegt – mit dem Escape Room

Unser besonderes Highlight: ein Escape-Room-Spiel, das politische Bildung zum Erlebnis macht. Spielerisch, gemeinsam, ohne Berührungsängste. Was nach Spaß klingt, öffnet echte Türen: Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen sich auf Augenhöhe, lernen voneinander und nehmen das Gelernte mit in ihren Alltag.

Brücken bauen – generationenübergreifend
Das Projekt endet nicht an der Wohnungstür und nicht an der Altersgrenze. Wir gehen aktiv auf neue Zielgruppen zu – auch ältere Menschen in Seniorenheimen und Tageseinrichtungen werden über digitale Formate einbezogen. Über unsere Hilfeplattform sind Informationen, Videos und Ansprechpartnerinnen rund um die Uhr erreichbar.

Ehrenamt mit Herz und Kompetenz
Unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind das Herzstück des Projekts. Viele von ihnen kennen Fluchterfahrung aus eigener Perspektive – das macht ihre Unterstützung besonders wertvoll. Wir schulen, stärken und begleiten sie, damit sie gut gerüstet in die Arbeit gehen.
Gemeinsam mehr erreichen

Wir arbeiten eng zusammen mit Jobcentern, Kooperationspartnern vor Ort und Menschen, die seit 2015 selbst den Weg des Ankommens gegangen sind. Ihre Erfahrungen fließen direkt in unser Handeln ein – denn Bildung ist keine Einbahnstraße.

800 Menschen. Eine Gesellschaft. Unzählige Chancen.


Unser Ziel: Bis zu 800 Geflüchtete direkt erreichen – und darüber hinaus Strukturen schaffen, die langfristig wirken. Denn wer heute ankommt, gestaltet morgen mit.





Erfahrungsbericht: „Unterstützung und Bildung für jeden"

IKW Sozialprojekte gGmbH
  • Fördergeber: Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE)
  • Dachorganisation: Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V. (LAG)
  • Förderzeitraum: 01. August – 31. Dezember 2022


Mittendrin statt nur dabei


Als wir im Sommer 2022 mit dem Projekt „Unterstützung und Bildung für jeden" starteten, war die Ausgangslage klar – und die Aufgabe groß. Die ersten Wellen der Hilfsbereitschaft nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine hatten viel in Bewegung gesetzt. Doch Willkommen-Sagen allein reicht nicht. Menschen, die ankommen, brauchen keine kurzfristige Euphorie, sondern verlässliche Strukturen, konkrete Antworten auf dringende Fragen und das Gefühl, dass sie wirklich dazugehören.
Genau hier haben wir angesetzt. Als Mitgliedsorganisation der LAG haben wir vier Standorte in der Westprignitz und im Havelland verantwortet: Rathenow, Nauen, Schönwalde-Glien und Pritzwalk. Vier Orte, vier Teams, vier Gemeinschaften – und überall ähnliche Grundfragen: Wie bekomme ich einen Schulplatz für mein Kind? Wer hilft mir beim Ausfüllen dieser Formulare? Wie finde ich eine Wohnung?


Vom Amt bis zum Escape Room
Wer unsere Arbeit an diesen Monaten beschreiben will, braucht zwei Bilder gleichzeitig.


Das eine: Eine Frau mit ihren Kindern sitzt an einem Tisch bei uns. Neben ihr eine Ehrenamtliche, die Deutschkenntnisse, Geduld und ein Formular vor sich hat. Es geht um Schwimmunterricht, Schulstart, Klassenfahrt. Lauter Dinge, die selbstverständlich klingen – die aber ohne Hilfe unüberwindbar scheinen, wenn man die Sprache nicht spricht und das System nicht kennt. Diese Arbeit, Schritt für Schritt, Dokument für Dokument, war das Fundament von allem.





Das andere Bild: Lachen, Rätsel lösen, Türen öffnen. Denn ein zentrales Element unserer Bildungsarbeit war das Escape-Room-Spiel – ein spielerisches Format, das politische und kulturelle Inhalte erlebbar macht, ohne belehren zu wollen. Geflüchtete, Ehrenamtliche, Ältere aus dem Seniorenclub nebenan – sie saßen zusammen, knobeln gemeinsam und merkten nebenbei: Wir haben mehr gemeinsam, als wir dachten. Das Spiel war Methode und Begegnungsraum in einem.



Menschen, die weitermachen, wenn andere gehen


Was uns durch diese fünf Monate getragen hat, waren unsere Ehrenamtlichen. Viele von ihnen waren schon seit 2015 dabei – und hatten nicht aufgehört. Sie begleiteten Geflüchtete zu Jobcentern, übersetzten Zeugnisse, organisierten Ferienprogramme und vermittelten Großelternpatenschaften, die Kindern und älteren Menschen gleichermaßen gutgetan haben.
Wir haben bewusst in diese Menschen investiert: durch Weiterbildungen im ZRM-Modell – einem ressourcenorientierten Ansatz zur Stärkung der eigenen Handlungsfähigkeit – und durch Einblicke in die MAKS-Therapie, einem aktivierenden Programm besonders für ältere Menschen. Denn wer anderen hilft, braucht selbst Rückhalt. Diese Erkenntnis war uns wichtig.

Ein Moment, der bleibt

Wenn wir einen Moment herausgreifen, der das Projekt für uns besonders greifbar macht, dann ist es der Besuch des Brandenburger Landtages. Für viele Teilnehmende war es das erste Mal, dass sie dieses Gebäude von innen sahen – und dass Politikerinnen und Politiker sich Zeit nahmen, ihnen wirklich zuzuhören. Man konnte sehen, wie sich etwas veränderte. Nicht nur die Stimmung im Raum, sondern das Gefühl der Menschen: Ich gehöre auch zu diesem Land.

Die Abschlussveranstaltung am Ende des Projekts hat dann noch einmal gezeigt, was in diesen Monaten gewachsen war: ein echtes Netz aus Menschen, die sich gegenseitig stärken. Ehrenamtliche und Teilnehmende, Hauptamtliche und Kooperationspartner – alle auf Augenhöhe.

Was bleibt


Fünf Monate sind kurz. Aber das, was in dieser Zeit entstanden ist, wirkt weiter: Kontakte, die halten. Angebote, die verstetigt wurden. Vertrauen, das man nicht kündigen kann.
Wir sind dankbar – der DSEE für die Förderung, der LAG für die Koordination und das gemeinsame Denken, und all den Menschen, die jeden Tag ein Stück Ankommenskultur mit Leben gefüllt haben. Ankommen ist kein Ereignis. Es ist ein Prozess. Und wir waren gern ein Teil davon.